Beratung für Angehörige von Fibromyalgiesyndrom Betroffene

Für Angehörige ist das Zusammenleben mit Schmerzerkrankten oft sehr belastend. Die Beratung unterstützt dabei, das Krankheitsbild besser zu verstehen und dient der eigenen Entlastung. Schmerz kann ohnmächtig und hoffnungslos machen. Als Angehörige können Sie durch die Beratung lernen, wie Sie Ihre Lieben noch besser emotional unterstützen können und ihnen Hilfe bieten wieder Hoffnung zu schöpfen. Wichtig ist auch, dass Sie als Angehörige Ihre eigenen Grenzen und Bedürfnisse kennen, um sich nicht zu überlasten.

Eine Schmerzerkrankung ist für alle Beteiligten eine große Herausforderung und eine immense Belastungsprobe. Auch Angehörige sind oft überfordert und wissen nicht, wie sie am besten mit jemanden umgehen, der ständig Schmerzen hat. Für einen Außenstehenden ist der Schmerz nicht immer nachvollziehbar.

Als Angehörige von SchmerzpatientInnen haben Sie vielleicht manchmal das Gefühl vor einer verschlossenen Türe zu stehen und keinen passenden Schlüssel zu finden, um Ihre Lieben zu erreichen, sie zu verstehen sowie ihnen Trost zu geben. Möglicherweise können Sie dieses Schmerzerleben nicht nachvollziehen. Vielleicht fühlen Sie sich selbst überfordert mit der Situation und haben den Eindruck, dass die ganze Last jetzt auf Ihnen liegt. Sie sind unter Umständen plötzlich für alles zuständig und merken wie Ärger in Ihnen hochsteigt.

Manchmal denken Sie, dass Ihre Lieben sich ein bisschen zusammenreißen sollten und dass sie sich nicht so gehen lassen sollen. Schließlich haben auch Sie manchmal Schmerzen und halten es auch aus. Der Schmerz einer anderen Person ist nicht nachvollziehbar. Bei akutem Schmerz gibt es noch einen Auslöser, aber bei chronischem Schmerz, insbesondere bei Schmerz, wo keine ausreichende Erklärung für den Schmerz gefunden wird, ist es schwieriger Verständnis aufzubringen, noch dazu wenn kein Ausweg in Sicht ist.

Eventuell können Sie die Klagen über die permanenten Schmerzen schon nicht mehr hören und die Beziehung ist einer großen Belastungsprobe ausgesetzt. Da hilft eine gute Aufklärung über das Krankheitsbild und wie Sie lernen können sich selbst nicht zu überfordern und gut für sich selbst zu sorgen.

Eine solche Extremsituation kann zu einer Festigung der Beziehung führen, indem in die Situation des Anderen hineingefühlt wird und Verständnis und Akzeptanz geübt wird. Oder es führt zu einem Zusammenbruch der Beziehung. Spannungen, die lange nicht ausgesprochen wurden, treten zu Tage und werden zu einem offenen Konflikt. Daraus entstehen Schuldgefühle, weil der Beziehungsstress sich wiederum negativ auf das Schmerzempfinden des Erkrankten auswirkt.

Was sich Schmerzerkrankte von ihren Angehörigen wünschen ist, dass ihnen zugehört wird, dass Verständnis für die manchmal ungewöhnlichen Reaktionen gezeigt wird, dass sie nicht zu Tätigkeiten gezwungen werden, die im Augenblick nicht machbar sind und keine Überbetreuung auch wenn die Angehörigen es gut meinen. Hilfreich ist auch, wenn Angehörige zu einer Selbsthilfegruppe mitgehen, um auch andere Erkrankte kennen zu lernen. Vor allem wichtig ist, dass den Erkrankten Glauben geschenkt wird, dass im Moment der Schmerz nicht aushaltbar ist und dass der Erkrankte wirklich zurzeit zu nichts fähig ist. Schlimm ist, wenn SchmerzpatientInnen in so einer Situation als Simulanten abgestempelt werden und ihnen vorgeworfen wird, dass sie sich nur vor der Arbeit drücken wollen.

Durch Beratung entsteht Entlastung auf beiden Seiten und es kann ein neuer Umgang miteinander eingeübt werden. Probleme können als Schwierigkeiten gesehen werden oder als Herausforderung, die beide bereichert.

Ich bin Teammitglied der Interdisziplinären Praxis für Fibromyalgie und chronischer Schmerz und biete Angehörigenberatung an.


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Tamara Gunacker