Wohlbefinden trotz Fibromyalgie

Das Fibromyalgiesyndrom – FMS (fibra = Faser, mys = Muskel, algos = Schmerz) ist eine Schmerzerkrankung, die mit vielen Begleitsymptomen einhergeht und zeichnet sich durch Schmerzen am ganzen Körper aus. Es ist wichtig trotz eines FMS zu versuchen die Lebensqualität zu steigern und sich nicht hilflos den Schmerzen auszuliefern. Notwendig dabei ist die negative Spirale aus Schmerz und Hilflosigkeit zu unterbrechen. Es geht darum wieder einen Handlungsspielraum zur Verfügung zu haben und sein Leben bereichernd zu gestalten, trotz Schmerzen.

Indem die Aufmerksamkeit weg vom Schmerz, hin zu den Dingen gelenkt wird, die Spaß machen, verändert sich auch das Schmerzerleben. Es ist so, dass die Gedanken und Emotionen der Aufmerksamkeit folgen. Wenn die Konzentration auf keine Schmerzen mehr zu haben gelenkt wird, ist die Aufmerksamkeit ganz bei den Schmerzen und Aufmerksamkeit schafft Realität. Das heißt, wenn die Aufmerksamkeit auf das gelenkt wird, was nicht gewollt ist, dann bekommt diese Sache die ganze Aufmerksamkeit und damit Wichtigkeit und damit Bedeutung und damit Energie und damit Realitätsintensität. Wenn die Aufmerksamkeit auf etwas anderes gelenkt wird, dann wird das Unerwünschte ganz natürlich los gelassen. Damit ist nicht Ablenkung gemeint, sonder Zuwendung zu dem, was wirklich gemocht wird.

Jeder Mensch ist anders und was einem gut tut, muss dem anderen überhaupt nicht helfen. Wichtig ist das Eigene zu finden und dieses auch zu genießen. Genuss braucht jedoch Zeit und die sollte genommen werden für Dinge, die einem gut tun.

Hier ein paar Beispiele, um Wohlbefinden zu steigern: Gesunde Ernährung, Bewegung, ausreichend Trinken, Massage, Infrarotkabine, Entspannungstechniken, Musik hören, eine Tasse Tee trinken, ein Buch lesen, Freundschaften pflegen, etwas mit der Familie unternehmen, 1-2 Stückchen Schokolade langsam im Mund zergehen lassen, ein besonderes Essen genießen, Tanzen, Lachen, Spazieren gehen, Malen, ein warmes Bad nehmen, im Garten sitzen, Kinder beim Spielen zuschauen, Tiere beobachten, an einer Blume riechen, Gehirnjogging, entlastende Gespräche bei einer professionellen Beratung führen und vieles mehr.

Wohlbefinden lässt sich auch durch richtiges Atmen steigern. Viele Menschen atmen oberflächlich. Tiefes Atmen versorgt den Körper mit ausreichend Sauerstoff, was sich positiv aufs Wohlbefinden auswirkt. Oft wird ein „atemloses“ Leben geführt. Es wird von Termin zu Termin gehetzt, Stress dominiert das Leben und der Perfektionismus raubt dann den „letzten Atem.“

Eine gute Übung, um wieder zur Ruhe zu kommen: Sich bequem hinlegen und tief einatmen und langsam ausatmen, den Atem dabei fließen lassen ohne Anstrengung und ohne den Atem beeinflussen zu wollen. Es muss nichts geleistet werden. Einfach den Atem beobachten und ihn fließen lassen. Einatmen und bis zur „Zehenspitze“ ausatmen. Nachspüren wie sich der Körper entspannt und die Zeit genießen.

Viel Spaß beim Üben und beim Herausfinden, was einem gut tut.

Ich bin Teammitglied der Interdisziplinären Praxis für Fibromyalgie und chronischer Schmerz und biete Angehörigenberatung an.

Tamara Gunacker